Konkurrenz für meine X100V?

Jeder der mir schon ein wenig länger folgt, weiß dass ich mittlerweile im Fujifilm-Universum angekommen und sehr zufrieden bin. Trotzdem bin ich ein neugieriges Spielkind und wollte wissen welche Abstriche ich machen muss um in einer so kleinen Ricoh einen Bildstabilisator und einen genauso großen Sensor zu haben wie in meiner doch deutlich größeren X100V.

Testgerät sollte eine Ricoh GR III X mit dem 40mm (an Kleinbild) sein, da diese deutlich näher an meiner X100V ist als die „normale“ GR III mit ihren 28mm.

Mein sehr geschätzter Kollege Christian Leipner hat für mich mal seine Kontakte angefragt und mir innerhalb kürzester Zeit eine besorgen können. Ich vermute einfach mal, dass der Wolfgang Baus dahinter steckt. An dieser Stelle euch beiden noch einmal herzlichen Dank für den unkomplizierten Ablauf, nachdem Ricoh selbst mir keine aushändigen wollte.

Der erste Eindruck war gemischt. Die Ricoh ist unglaublich kompakt und lässt sich relativ gut greifen. Wer allerdings nun lange mit Fujifilm fotografiert, wird von der Haptik relativ enttäuscht sein, die Ricoh fühlt sich im Vergleich sehr billig an. Jedenfalls ist dies mein Empfinden und ich weiß von anderen, dass es ihnen genauso ging.

Spannend für mich war ja der Stabilisator, kannte ich ja schon den exzellenten Stabi von Olympus, allerdings in Verbindung mit einem mft-Sensor. Da ich die Kamera erst am Abend ausprobieren konnte, nahm ich das erste Bild mit 1/8 Sekunde auf und war baff. Das Bild war knackscharf und kein bisschen verwackelt.

Auch die Bildqualität der Ricoh ist auf einem extrem hohen Niveau und kommt mir teilweise noch schärfer als die der X100V vor. Dafür finde ich, dass es den Bildern an etwas fehlt, kann aber nicht genau sagen was. Mich sprechen die Bilder der Fujifilm einfach mehr an. Technisch ist aber nichts gegen die Bilder der Ricoh zu sagen. 

Ein wenig enttäuscht war ich vom Autofokus. Er lag doch oft daneben (kann aber auch an mit gelegen haben) und er war viel am pumpen und suchen. Da bin ich von Olympus und Fujifilm deutlich schnelleres gewohnt. 

Was mir noch sehr oft gefehlt hat, war der Sucher. Ich fotografiere sehr viel mit dem Sucher. Da die Ricoh auch kein klappbares Display hat, war man immer auf das meiner Meinung nach relativ dunkle Display angewiesen. Vielleicht wird auch Ricoh die Baustelle mal angehen und der GR-Serie ein Klappdisplay verpassen.

Eine nette Spielerei, welche ich zumindest erwähnen möchte, ist der Makro-Modus. Dieser stellt nur direkt vor der Kamera scharf und verkürzt scheinbar die Naheinstellungsgrenze. Für mich persönlich eher uninteressant, da ich immer ein Makro-Objektiv vorziehen würde, aber für den einen oder anderen Schnappschuss kann diese Funktion von Vorteil sein.

Wird die GR III X meiner Fuji Konkurrenz machen? 

Der X100V auf keinen Fall. Sie ist zwar etwas größer und hat keinen Stabi, ist für mich aber neben der x-Pro-Serie so ziemlich die perfekte Kamera. Ich kann sie blind und mit einer Hand bedienen und bekomme fast immer die Ergebnisse die ich haben will und habe einen für mich wichtigen großartigen Sucher.

In der 28mm Version wäre die GR allerdings eine ernst zu nehmende Konkurrenz zu dem 18mm Objektiv von Fujifilm. Zumal sie in der Kompaktheit eigentlich nicht mehr geschlagen werden kann. Ich denke ich werde die 28mm definitiv nochmal ausprobieren. 

Wem würde ich die GR empfehlen? Allen die die kompakteste Kamera haben möchten (sie passt wirklich in jede Hosentasche). Allen die einen Stabi brauchen/haben wollen,  eine fantastische Bildqualität suchen und denen der Sucher nicht so wichtig ist wie mir. 

Ich kann jeden verstehen, der seine Ricoh liebt und nicht hergeben würde. Es ist einfach eine geniale Kamera, aber zurzeit einfach nicht für mich.

Wie steht ihr zur Ricoh? Seht ihr es ähnlich? Schreibt mir gerne eure Meinung, entweder hier oder auch gerne bei WhatsApp, Instagram oder Facebook.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.